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Murano und Burano – die Perlen der Lagune

Wer nach Venedig kommt, sollte auch die beiden bekanntesten Inseln Murano und Burano nicht verpassen. Per Boot sind Beide leicht zu erreichen (eine Station befindet sich in der Altstadt von Venedig, die Fondamente Nuove) und in den meisten Tagespässen, sind dort nicht nur die innerstädtischen Vaporettos, sondern auch die Schiffe zu den Inseln mit im Preis inbegriffen.

Kunterbuntes Burano
Kunterbuntes Burano

Murano – das Zentrum der Glaskunst

Als im 5. und 6. Jahrhundert die Hunnen und Langobarden Venetien überfielen, flohen viele Bewohner auf die nahe Insel Murano. Neben der Fischerei, spielte hier zunächst die Salzgewinnung eine große Rolle, bevor im 13 Jahrhundert aus Brandschutzgründen alle Glasöfen aus Venedig auf die Insel verlagert wurden. Murano entwickelte sich zum Zentrum der Glasindustrie und ist dies bis heute geblieben. Die lange Geschichte der Glasherstellung könnt ihr im Museo Del Vetro im Palazzo Guistinian nachverfolgen.

Murano - Stadt der Glaskunst
Murano – Insel der Glaskunst

Viele der Glaskunstwerke sind für mich eine Gradwanderung zwischen Kunst und Kitsch, aber die Glasproduktion, die man immer noch in vielen Fabriken hautnah erleben kann, ist faszinierend. Wir haben uns die Werkstätte von Gino Mazzuccato angesehen mit einer anschließenden Führung durch den riesigen Showroom.

Die Werkstätte von Gino Mazzuccato
Die Werkstätte von Gino Mazzuccato

Das Zentrum von Murano wird geprägt von der Basilica di Santi Maria e Donato aus dem 12. Jahrhundert mit einem tollen Mosaikboden. Ein anschließender Bummel durch die Gässchen, die sich an den vielen Kanälen entlangziehen, lohnt sich in jedem Fall. Das Wahrzeichen der Insel, der Leuchtturm Faro di Murano, ist übrigens nicht begehbar.

Burano – die Villa Kunterbunt

Das eigentliche Highlight war für mich allerdings Burano, mit seinen kunterbunten Häusern. Der Legende nach wurden die Häuser von den Fischern so bunt gestrichen, um ihnen in nebligen und durchzechten Nächten den Nachhauseweg zu erleichtern.

Ankunft in Burano
Ankunft in Burano

Die Insel ist bereits seit dem 1. Jahrhundert besiedelt, führte allerdings lange Zeit ein ruhiges Dasein als Fischerinsel. Erst als 1615 die Nachbarinsel Torcello für unbewohnbar erklärt wurde und auch Mazzorbo, dass zu Kriegszeiten zerstört wurde und für das kein Geld für den Wideraufbau zur Verfügung gestellt wurde, stieg die Bedeutung von Burano und viele Bewohner der Nachbarinseln siedelten um. Zu diesem Zeitpunkt lebten bis zu 3.000 Menschen auf Burano. Als jedoch im 18 Jahrhundert die Überfischung der Gewässer immer stärkere Ausmaße annahm, ging die Bevölkerung stark zurück.

Heute lebt Burano hauptsächlich vom Tourismus. Das bekannteste Exportprodukt sind die Spitzenstickereien, die von Generation zu Generation weitergeben wurden und die bis 1970 noch an der Scuola di Merletti gelehrt wurde. Heute heißt es aufpassen, denn es gibt nicht mehr viele Geschäfte, die wirklich Stickereien aus Burnao anbieten. Die meisten Auslagen sind inzwischen „Made in China“. Die wenigen Personen, die die Kunst noch beherrschen, sind meist alte Damen, die häufig „live“ im Museum der Scuola di Merletti tagsüber arbeiten.

Übrigens, die berühmteste Persönlichkeit, die in Burano geboren wurde, ist Giovanna Maria Farussi, die Mutter des Abenteurers und Frauenheld Giacomo Casanova.

Genießt einfach die wunderschönen Gässchen an den Kanälen. Die ganze Farbenpracht bietet hinter jeder Ecke ein tolles Fotomotiv. Wir haben uns am späten Nachmittag nach Burano auf den Weg gemacht, als bereits die meisten Touristen wieder den Heimweg angetreten hatten. Im Sonnenuntergang und mit nur wenig Menschen, hatte die Insel dadurch für uns noch einmal ein ganz besonderes Flair.

Happiness :)
Happiness 🙂

Spezialität der Insel sind die Fritto Misto – frittierte Meeresfrüchte, die ihr in vielen Restaurants auf der Insel bekommt. Neben dem Fisch soll es auf Burano das beste Risotto in Italien geben. Und die gute Nachricht: die Preise in den Restaurants sind definitiv niedriger als in Venedig. Eine Liste mit den besten Restaurants findet ihr auf Tripadvisor.

Ach ja, Burano hat einen ebenso schiefen Turm wie Pisa. An der Kirche Chiesa di San Martino Burano neigt sich der Turm auffällig zur Seite und wir haben ihn lieber weiträumig umgangen. 🙂

Sonnenuntergang in der Lagune
Sonnenuntergang in der Lagune

Auch nach Burano kommt ihr von Venedig aus per Vaporetto ebenfalls von der Fondamente Nuove ab. Die Fahrt dauert in etwa 45 Minuten.

Uns zieht es seit Jahren immer wieder in diese Ecke. Schöne Strände, gutes Wetter, tolle Weine, hervorragendes Essen, jede Menge kulturelle Highlights. Welche Geheimtipps habt ihr noch aus dieser Gegend? Schreibt uns.

Liebe Grüße
Uwe

Die Italienreise geht weiter:
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Verona – die vergessene Stadt zwischen Gardasee und Adria

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